Sandra Kallisch-Puchelt: Mobilität in der Mecklenburgischen Seenplatte – Stadt und Land verbinden
Thema 2 · Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026 · Mecklenburgische Seenplatte
Mobilität in der Mecklenburgischen Seenplatte: Stadt und Land verlässlich verbinden
Ob Arbeit, Schule, Ausbildung, Arztbesuch, Einkauf oder Freizeit: In einer großen Flächenregion entscheidet Mobilität darüber, wie gut Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Die Mecklenburgische Seenplatte ist geprägt von großen Entfernungen zwischen Städten, kleineren Gemeinden und Dörfern. Deshalb ist Mobilität hier mehr als eine Frage des Komforts. Wer kein eigenes Auto hat, braucht verlässliche Alternativen. Jugendliche müssen Schulen, Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe erreichen können. Beschäftigte brauchen passende Verbindungen zu ihren Arbeitszeiten. Ältere Menschen müssen zu medizinischen Angeboten und Einkaufsmöglichkeiten gelangen. Gleichzeitig benötigt eine Tourismusregion attraktive Verbindungen für Gäste, ohne dass zusätzlicher Autoverkehr alle Orte belastet.
Sandra Kallisch-Puchelt kandidiert zur Landtagswahl 2026 auf Platz 49 der SPD-Landesliste und wird von der SPD der Mecklenburgischen Seenplatte zugeordnet. Eine konkrete aktuelle persönliche Position von ihr zu einzelnen Bus-, Bahn- oder Straßenprojekten ist in den geprüften Quellen nicht belegt. Deshalb wird auf dieser Themenseite nicht behauptet, dass sie bestimmte Verkehrsprojekte fordert. Stattdessen werden aktuelle Entwicklungen der Region dargestellt und daraus Fragen für die politische Diskussion abgeleitet.
Drei neue Regiobuslinien als aktueller Baustein
Seit dem 6. Oktober 2025 sind im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte drei neue Regiobuslinien in Betrieb: die Linie 403 zwischen Malchin und Waren, die Linie 500 zwischen Neubrandenburg und Friedland sowie die Linie 619 zwischen Neustrelitz und Feldberg. Das Land stellte diese Verbindungen als Teil seiner Mobilitätsoffensive vor. Gerade solche überörtlichen Linien können für eine Flächenregion wichtig sein, weil sie zentrale Orte mit kleineren Städten und Gemeinden verbinden und damit Wege zu Arbeit, Bildung, Medizin und Freizeit erleichtern.
Entscheidend ist jedoch nicht allein, dass eine Linie auf dem Fahrplan existiert. Für die Menschen zählt, ob Taktung, Anschlüsse, Betriebszeiten und Haltestellen zu ihrem Alltag passen. Eine Verbindung, die morgens zur Schule funktioniert, kann für Beschäftigte im Schichtdienst ungeeignet sein. Ein Bus, der tagsüber fährt, hilft nur begrenzt bei Abendveranstaltungen. Deshalb sollte Mobilität nicht ausschließlich nach einzelnen Linien bewertet werden, sondern als Netz aus Bahn, Bus, Rufangeboten, Radwegen und sicheren Umsteigepunkten.
Südbahn 2026: Mobilität für Einheimische und Gäste
Seit dem 3. April 2026 läuft erneut der Saisonverkehr auf der Mecklenburgischen Südbahn. Auf der RB15 werden unter anderem Waren (Müritz), Malchow und Plau am See verbunden; die Züge verkehren an Wochenenden und Feiertagen. Das Wirtschafts- und Verkehrsministerium hebt ausdrücklich hervor, dass dieses Angebot sowohl Einheimischen als auch Urlaubsgästen eine Alternative zum Auto bietet. Das zeigt, wie touristische und alltägliche Mobilität zusammen gedacht werden können.
Gleichzeitig macht ein Saisonverkehr deutlich, wo politische Fragen beginnen. Welche Verbindungen werden ganzjährig benötigt? Welche Angebote sind in den Ferien besonders sinnvoll? Wie lassen sich touristische Nachfrage und Alltagsverkehr so kombinieren, dass zusätzliche Fahrgäste die Wirtschaftlichkeit des öffentlichen Verkehrs verbessern? Für die Mecklenburgische Seenplatte können solche Schnittstellen besonders wichtig sein, weil der Tourismus saisonal zusätzliche Nachfrage erzeugt, während die Bevölkerung dauerhaft auf erreichbare Angebote angewiesen ist.
MÜRITZ rundum und die Verbindung Waren–Neubrandenburg
Ein weiteres Beispiel ist „MÜRITZ rundum“. Für die Tourismussaison 2026 wurde die Gästekarte während der gesamten Saison auch auf der Verbindung zwischen Waren und Neubrandenburg anerkannt. Damit können Urlaubsgäste Bus und Bahn in einem größeren regionalen Zusammenhang nutzen. Solche Lösungen sind interessant, weil sie zeigen, dass Mobilität über kommunale Grenzen hinweg organisiert werden muss.
Eine zukunftsfähige Verkehrsstrategie sollte touristische Angebote nicht isoliert betrachten. Wenn zusätzliche Nachfrage im Sommer dazu beiträgt, Verbindungen zu stabilisieren oder auszubauen, kann die Bevölkerung profitieren. Umgekehrt wird eine Region auch für Gäste attraktiver, wenn sie ohne eigenes Auto erreichbar und vor Ort gut erschlossen ist.
Straßen bleiben Teil der Infrastruktur
Öffentlicher Verkehr allein löst in einer Flächenregion nicht alle Mobilitätsfragen. 2026 laufen mehrere bedeutende Straßenbauprojekte im Landkreis. Das Land berichtete im August über den Ersatzneubau zweier Bahnbrücken an der B 192 in Waren, den Ausbau der Ortsdurchfahrt Burg Stargard an der L 33 und die Ortsumgehung Mirow an der B 198. Solche Vorhaben betreffen Verkehrssicherheit, Erreichbarkeit, Unternehmen und Anwohner gleichermaßen.
Gerade deshalb sollte die Debatte nicht als einfaches „Auto gegen Bus und Bahn“ geführt werden. Menschen in kleinen Dörfern werden auch langfristig auf Straßen angewiesen sein. Lieferverkehr, Rettungsdienste, Handwerk und Wirtschaft benötigen leistungsfähige Verbindungen. Gleichzeitig können attraktive öffentliche Angebote dazu beitragen, Wahlmöglichkeiten zu schaffen und Verkehrsbelastungen zu reduzieren.
Baustellen zeigen, wie verletzlich Verbindungen sein können
Im Frühjahr 2026 führten Bauarbeiten an der B 192 zwischen Waren und Neu Schloen zeitweise zu Umleitungen, Verspätungen und ausfallenden Anschlüssen im Busverkehr. Das Beispiel zeigt sehr konkret, wie stark Straßenzustand, Baustellenmanagement und öffentlicher Verkehr voneinander abhängen. Wer auf einen Anschlusszug angewiesen ist, erlebt eine Verzögerung anders als jemand, der mit dem eigenen Auto flexibel reagieren kann.
Eine verlässliche Mobilitätsplanung braucht deshalb gute Fahrgastinformationen, Ersatzkonzepte, abgestimmte Baustellenplanung und möglichst robuste Anschlüsse. Digitalisierung kann dabei helfen, aktuelle Informationen schnell bereitzustellen. Sie ersetzt aber keine verlässliche Verkehrsleistung.
Vier Punkte für die weitere Debatte
Mobilität ist auch soziale Politik
Wer über Mobilität spricht, spricht über Teilhabe. Ein Jugendlicher ohne Führerschein, eine ältere Person, die nicht mehr selbst fährt, eine Familie mit nur einem Auto oder ein Beschäftigter mit geringem Einkommen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Gute Mobilität kann helfen, soziale Unterschiede abzufedern. Sie entscheidet mit darüber, ob ein Ausbildungsplatz erreichbar ist, ein Arzttermin wahrgenommen werden kann oder kulturelle Angebote tatsächlich offenstehen.
Für die Mecklenburgische Seenplatte kommt hinzu, dass die Entfernungen groß sind. Politik muss deshalb Lösungen ermöglichen, die zur Fläche passen. Das kann je nach Raum ein dichterer Busverkehr, ein Rufbus, ein besser abgestimmter Regionalzug, ein sicherer Radweg oder eine Kombination mehrerer Angebote sein.
FAQ zur Mobilität in der Mecklenburgischen Seenplatte
Welche neuen Regiobuslinien gibt es?
Seit Oktober 2025 verkehren die Linien 403 zwischen Malchin und Waren, 500 zwischen Neubrandenburg und Friedland sowie 619 zwischen Neustrelitz und Feldberg.
Fährt die Mecklenburgische Südbahn 2026?
Ja. Das Land kündigte für 2026 erneut Saisonverkehr ab dem 3. April an. Unter anderem verbindet die RB15 Waren, Malchow und Plau am See.
Was hat „MÜRITZ rundum“ mit Mobilität zu tun?
Das Angebot verbindet Gästekarte und öffentlichen Verkehr. 2026 ist die Gästekarte während der Saison auch auf der Verbindung zwischen Waren und Neubrandenburg gültig.
Welche Straßenprojekte sind 2026 aktuell?
Das Land nennt unter anderem die Bahnbrücken an der B 192 in Waren, die L 33 in Burg Stargard und die Ortsumgehung Mirow an der B 198.
Ist Sandra Kallisch-Puchelt Direktkandidatin?
Nein. Sie kandidiert auf Platz 49 der SPD-Landesliste.
Wann wird gewählt?
Die Landtagswahl findet am 20. September 2026 statt.

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